Somebody should close the mouth!

Titel des Werkes:
Somebody should close the mouth!
Zeitpunkt:
2008
Ort:
Athen (Griechenland)
Maße und Größe:
90 cm x 20 cm x 4 cm
Wesentliche Materialien
Ich arbeite hauptsächlich mit Acryl in Kombination mit verschiedenen Gemischen, wie z. B. Sand, Wollastonit, Bentonit und Zement.
Werkrelevante Erläuterungen zu Material- und Technikauswahl
Ich liebe an dieser Mischtechnik die Direktheit des Verfahrens. Die aufgebrachte Farbe wird in einem sinnlich-haptischen Prozess und häufig mit den bloßen Händen auf den Malgrund aufgetragen. Sie vermengt sich mit Sand und wird ausgestrichen, verrieben und wieder partiell entfernt. So entsteht eine äußerst lebendig strukturierte, dreidimensionale, äußerst plastische und taktile Oberfläche, die sich überlagert und neue Farbschattierungen entwirft. Form, Farbe und Gestalt werden somit vom Material getragen.
Künstlerische Position und ihre Besonderheiten
Meine dunklen Bilder sind Zeichen einer Schwere, Ernsthaftigkeit und Melancholie. Sie sind bedrückende Metapher für die Existenz des Menschen.
Mit meinen Bildern versuche ich dem Menschen zu helfen, den Zustand der Selbstentfremdung zu überwinden, indem ich sein tägliches Leben mit Gegenständen umgebe, die ihn auf eine berührbare Art mit den letzten und tiefsten Problemen unserer Existenz konfrontieren.
Werkreihe und Zusammenhang
Mitte 2005 entstanden die sogenannten Tastobjekte, die zum Berühren der Bilder aufforderten, als eigenständige Werkgruppe.
Die Leinwände verkrusteten sich zu dickleibigen Gemälden, in die die Farbpigmente mehr eingerieben statt als Malereien aufgetragen wurden. In die pastose Oberfläche sind Zeichen eingeritzt oder Markierungen gesetzt. Diese, meistens in schwarzer Farbe gehaltenen Kerben, tauchen immer wieder in den Werken auf und sind so – im Rahmen der Werkreihe Tastobjekte – zu einem Erkennungszeichen geworden.
Leitende Gedanken zur spezifischen Arbeit
Der malerische Prozess ist nicht theoretisch, sondern vor allem sinnlich-physisch.
Kennzeichen der Arbeit
Die Einkerbungen in den Werken funktionieren wie individuelles Graffiti, wie mein persönlicher Code auf den Bildgründen.
Komposition
Vom rechten Bildrand ergießt sich ein verwaschenes Gelb in die Darstel-lung, das an anderen Stellen von einigen – wie zufällig hinterlassenen Farbspuren – aufgegriffen wird. In der Komposition ist die schwarze bogenförmige Umrandung bildbetonend.
Sie ist in der Komposition die augenfälligste Form. Sie gibt der informellen Fläche ihre Bildstruktur und ihrem kompositionellen Halt. Wie anarchische Zeichen schreibt sich der Bogen in die darunterliegenden Malschichten ein. Er ist zugleich eine landschaftlich wie architektonische Abbreviatur und erinnert an Hüttenbau.
Zusammenspiel und Erscheinung
Die Titel besitzen immer eine konkrete Bedeutung, auch wenn die Bezeichnungen der Bilder häufig an Gedichte oder Prosa erinnern. Tatsächlich wähle ich rein lautmalerische Formulierungen als Werktitel.
Erste Veröffentlichung:
2006
Ort:
Athen (Griechenland)
Art der Ausstellung:
Einzelausstellung


