Tihyowe
Über sich
Geboren bin ich – ja, das weiß ich sicher, denn ich bin jetzt hier. Nach der geltenden Zeitrechnung war mein Einstieg in dieses Leben ungefähr in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts – 1954. Es geschah in einem kleinen Dorf mitten in Niedersachsen. Als kleines Kind zog ich einige Kilometer weiter, lebte etwa zehn Jahre in Hildesheim. 1969 ging es noch einmal 50 km weiter östlich bis nach Braunschweig, damals das Ende von Deutschland und der westlichen Welt. Das ist bisher mein Wohnort geblieben - und es ist heute fast mitten in Deutschland.
Schon in meiner Schulzeit an einem humanistischen Gymnasium haben sich einige von den Menschen bei mir vorgestellt, die etliche Jahre später mit dafür verantwortlich waren, dass mein zeitorientiertes Denken in vollkommen andere Dimensionen abgedriftet ist. Diese Menschen waren Sokrates und Platon, Seneca und Homer, und viele andere mehr...
zur Galerie von Tihyowe
Seit frühester Kindheit ist ebenso ein Hang zur Kreativität vorhanden gewesen, der jedoch von niemandem wirklich beachtet oder gefördert wurde, und so in einer Art Dornröschenschlaf entschwand. Bevor jedoch diese tief schlummernde Kreativität und das Interesse zur Philosophie wieder belebt wurden, gab es ein ganz anderes, allerdings nicht weniger bedeutungsvolles Leben: Nach dem Abitur die Ausbildung zur pharmazeutisch technischen Assistentin, und während dieser die Geburt meines Sohnes [1976]. Die folgenden zwanzig Jahre könnte man als einen Balanceakt zwischen der Berufstätigkeit als PTA (überwiegend in der klinischen Pharmazie) und der Herausforderung als alleinerziehende Mutter bezeichnen. Kreative Tätigkeiten blieben als Hobby weitgehend im Hintergrund – hatten kaum Raum, sich wirklich zu entfalten. Der zunächst noch sehr vage Hinweis auf Veränderung deutete sich Anfang 1989 an, als mein Körper begann, Signale zu senden in Form von Gesundheitsstörungen. Die kamen dann regelmässig und zum Teil auch sehr massiv, und die dadurch bedingten beruflichen Auszeiten ließen Zeit und Raum für Besinnung – die Möglichkeit, den Blick nach innen zu richten. Nach und nach wurde die Erkenntnis immer deutlicher, dass der Film, der in meinem Inneren lief, kaum etwas gemeinsam hatte mit dem Leben draußen. Inzwischen hatten auch die alten Philosophen längst wieder Mitspracherecht – und so bin ich Ende 1998 aus meinem bisherigen (Berufs-) Leben ausgestiegen. Seitdem steht Kreativität im Vordergrund, anfangs fokussiert auf das Malen und Gestalten von Bildern.
Das zurück gekehrte Interesse an der Philosophie hatte zur Folge, dass ich grenzenlos neugierig wurde auf alles, was diese Welt bewegt und zusammen hält. Ich nutze jede Möglichkeit, die sich bietet, um Informationen zu bekommen und aufzusaugen – besonders jedoch aus Büchern. Innerhalb dieser Beschäftigung kam auch das ganz weit verdrängte Bedürfnis zurück, selber schreiben zu wollen. Es entstanden einige Gedichte, manchmal sogar im direkten Zusammenhang mit einem Bild. Schließlich auch kleine Geschichten, und nebenbei sehr viele Gedanken, dich noch ungeordnet in etlichen Kladden notiert sind, und darauf warten, vielleicht einmal ein Buch zu werden...
Ganz gleich, in welcher Art ich kreativ tätig bin – es gibt keine Vorgaben und keine Pläne bei dem, was ich mache: Manchmal habe ich Bilder vor Augen, die verwirklicht werden wollen. Manchmal gibt es Gedankenbilder, die in Worten Ausdruck finden wollen. Ich nehme es so, wie es heraus will – und seitdem läuft außen und innen der gleiche Film ab.
Über die Kunstwerke
Kunst war schon in der Schule mein Lieblingsfach, doch dort viel zu knapp bemessen, um viele Techniken zu erlernen. Daher hatte ich in der Zeit meiner Berufstätigkeit versucht, einiges davon in Abendkursen zu erlernen: von Portraitzeichnen und Aquarellmalerei bis hin zur Ölmalerei. Nach der Neuorientierung kam die Beschäftigung mit abstrakter Malerei - überwiegend mit Acrylfarben – die mir, auch dank eines sehr guten Dozenten, Augen und Sinne geöffnet hatte, und mir die Möglichkeiten eröffnete, meine Kreativität ungehindert herausfließen zu lassen. Schon bald habe ich nicht nur Farben, sondern verschiedene andere Materialien mit in Bilder eingearbeitet (Papier, Pappe, Sand, und ähnliches). Daraus hat sich ein ganz eigener Stil entwickelt, der viel Struktur in die Bilder bringt. Zusätzlich verwende ich auch gern 'glänzende' Farben wie Silber, Gold, Kupfer – diese lassen extreme Veränderungen beim Betrachten zu, je nachdem von woher man den Blick auf das Bild richtet. Wenn ich nur mit Acrylfarben arbeite, benutze ich zwar auch (zum Teil sehr unterschiedliche) Pinsel, sehr häufig jedoch auch Spachtel, Bürsten und Schwämme, oder einfach nur die Hände. Dadurch entstehen ebenfalls sehr spezielle Effekte und Strukturen.




