Soul Boy
„SOUL BOY“
Mit einem kleinen Team professioneller Crewmitglieder, einem sehr viel größeren Stab junger Auszubildender und der Unterstützung des Goethe-Instituts realisierten Tom Tykwer und Marie Steinmann in Nairobis größtem Slum Kibera einen Spielfilm. Am 2. Dezember kommt „SOUL BOY“ in die deutschen Kinos. Der Film bildet den Auftakt einer langfristig angelegten Zusammenarbeit: Jährlich sollen ein neuer Film produziert und der Filmnachwuchs gefördert werden – nicht nur in Kenia, sondern auch in anderen Ländern Ostafrikas.
In nur wenigen Wochen verwirklichten Tom Tykwer und seine Crew im Herbst 2008 mit jungen Laiendarstellern aus Nairobi den 60-minütigen Spielfilm „Soulboy“. Der Film erzählt das Märchen von Abi, der die Seele seines Vaters retten will und dafür sieben Aufgaben lösen muss. Auf seiner Reise durch die Kibera-Slums erlebt der Junge, was Armut, Kriminalität und ethnische Spannungen bedeuten.
Das Drehbuch zum Film schrieb Billy Kahora, Schriftsteller und Herausgeber der kenianischen Literaturzeitschrift „Kwani?“, Regie führte die kenianisch-ghanaische Nachwuchs-Regisseurin Hawa Essuman. Tom Tykwer übernahm als Mentor die Betreuung der Regieabteilung und begleitete die Drehbuchentwicklung.
„SOUL BOY“ ist weitaus mehr als ein Ausbildungsprojekt. Der Film und seine internationalen Festivalerfolge stellen zudem einen wichtigen Schritt für das Filmland Kenia dar. „Es war ein ausgesprochenes Bedürfnis aller Beteiligten, der Location nicht die übliche Elendsdramaturgie überzustülpen, sondern die Welt Kiberas von innen, auch aus der subjektiven Erlebniswelt seiner Bewohner zu erforschen“, so Tom Tykwer.
Anknüpfend an den Erfolg ihres Pilotprojektes starteten Tom Tykwer, Marie Steinmann und Projektleiterin Sarika Lakhani gemeinsam mit ihren Partnern die Initiative FilmAfrica!, die zukünftig in jedem Jahr ein Filmprojekt aus und in Ostafrika entwickeln, realisieren und international vermarkten will. Junge afrikanische Filmemacher können zunächst an Workshops teilnehmen, in denen es in erster Linie um die Erarbeitung von Marketingstrategien und PR-Arbeit geht. Anschließend beginnt die Produktion eines 90-minütigen Spielfilms, bei der die ostafrikanischen Teammitglieder am Set eng mit international erfahrenen Fachleuten zusammenarbeiten. Jede Schlüsselposition – die des Drehbuchautors, Kameramanns und Regisseurs – wird doppelt besetzt.
Das Projekt wird geleitet von der Filmproduktion ONE FINE DAY FILMS GmbH – eine alternative Filmproduktionsfirma, die aus dem gemeinnützigen Verein One Fine Day e.V. hervorgegangen ist und die Intentionen des Vereins in die Filmarbeit und Herstellung von Spiel- und Dokumentarfilmen überträgt. One Fine Day e.V. wurde 2008 von Marie Steinmann und Tom Tykwer gegründet und ist in Zusammenarbeit mit der britischen NGO Anno’s Africa vorwiegend in Ostafrika aktiv. Projektpartner sind das Goethe-Institut Nairobi, die Deutsche Welle-Akademie, die Produktionsfirma Ginger Ink in Nairobi und Arri München.

