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Napoleon sagt Arenenberg „Au revoir"!

Wertvolle Exponate aus dem Napoleonmuseum werden vom 17. Dezember 2010 bis 25. April 2011 in der Ausstellung „Napoleon und Europa. Traum und Trauma" in der Bundeskunsthalle in Bonn zu sehen sein. Das Thurgauer Museum ist weltweit der wichtigste Leihgeber der internationalen Napoleon-Schau, die unter der Schirmherrschaft der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy steht.
63 Gemälde, Skulpturen, Einrichtungsgegenstände und über 100 Karikaturen aus dem Napoleonmuseum Thurgau Schloss und Park Arenenberg werden jetzt sorgfältig verpackt auf die Reise nach Bonn geschickt. Unter den Leihgaben befinden sich bedeutende Gemälde wie das von „Königin Hortense mit dem Talisman Karls des Grossen" von Felix Cottreau aus dem Jahr 1834. Weitere Ölbilder zeigen „General Bonaparte auf der Brücke von Arcole" von Antoine Gros (1796), Friedrich von Kaulbachs „Kaiserin Joséphine in Malmaison" aus dem Jahr 1853 und „Der Tod Napoleons auf St. Helena" von Karl August Baron Steuben (1828). In diesen historischen Zusammenhang gehören auch ein Stück der Originaltapete des kaiserlichen Sterbezimmers, ein signiertes Bücherschränkchen aus Longwood (George Bullock) und zwei Haarmedaillons des Imperators.
Besonderer Vorsicht bedarf es beim Abbau der Skulptur „Napoleon als Rechtsprecher". Der überlebensgrosse Torso aus dem Jahr 1860 von Jean-Baptiste Guillaume wurde nach dem Kaiserreich von Feinden der Familie Bonaparte stark in Mitleidenschaft gezogen. Später geriet sie in die Thurgauer Bestände. Die Figur wird an zentraler Stelle in der Ausstellung präsentiert. Die aus der Dauerausstellung des Museums und den Depots stammenden Stücke werden grösstenteils zum ersten Mal ausgeliehen. Fast alle Exponate des Napoleonmuseums sind in dem begleitenden Katalog zur Ausstellung abgebildet.
Ziel des deutsch-französischen Projektes in Bonn ist es, erstmals die positiven und negativen Auswirkungen napoleonischer Machtpolitik zu beleuchten. Abseits der Klischees vom Kriegstreiber oder übergrossen Staatsmann möchte die Ausstellung ein genaueres Bild der napoleonischen Ära zwischen Krieg, Kunstraub und Kulturblüte zeigen. Denn gerade die napoleonische Kulturpolitik nutzte die Kunst in bisher nicht gekannter Weise als Propagandainstrument.
Die Ausstellung soll - nicht nur konzeptionell - einen wichtigen Beitrag zur Verflechtungs- und Erinnerungsgeschichte ganz Europas liefern. Auf 2'000 Quadratmetern Ausstellungsfläche bietet sie die einzigartige Möglichkeit,

bedeutende und teilweise nie gezeigte Exponate von Leihgebern aus ganz Europa und den USA zu präsentieren.
Dank der zunehmenden Vernetzung des Napoleonmuseums mit anderen europäischen Ausstellungshäusern wird die Bedeutung des Hauses und seiner Sammlungen einem internationalen Publikum zugänglich gemacht.


Informationen: Napoleonmuseum Thurgau Schloss & Park Arenenberg, CH-8268 Salenstein, Tel. +41 (0)71 663 32 60, Fax +41 (0)71 663 32 61, napoleonmuseum@tg.ch, www.napoleonmuseum.ch, www.bundeskunsthalle.de

Die überlebensgrosse Skulptur "Napoleon als Rechtsprecher" ist ein Werk aus dem Jahr 1860 von Jean-Baptiste Guillaume.

Karl August Baron Steuben bannte 1828 mit Ölfarbe den "Tod Napoleons auf St. Helena" auf Leinwand.

Die Karikatur zeigt Napoleon als Pferdedieb von Berlin.