Elefanten-Anthologie

Elefanten-Anthologie


Rezension von Carola Becker

Vorbemerkung: Ich habe ein Exemplar der Elefanten-Anthologie als Rezensionsexemplar erhalten. Daher ist es mir möglich, so kurz nach dem erscheinen diese Rezension zu schreiben. Jedoch betone ich hiermit, es handelt sich nicht um eine Gefälligkeitsrezension sondern um einer ernsthafte Betrachtung eines Lieb-Hab-Projektes. Da die HerausgeberInnen alles selber organisieren und umsetzen ist das hier auch ein wenig Werbung. Und wenn es gut ist, kann es auch gut bewertet werden.

Optik und Qualität des Buches:
Die Elefanten-Anthologie ist das erste BoD Buch, was ich so bewusst in den Händen halte (ich habe einige andere Bücher gekauft, die ebenfalls BoD gedruckt sind, mir aber erst Monate später aufgefallen ist). Und da ich selber überlege Werke über BoD zu veröffentlichen, habe ich mir die Qualität natürlich genauer angesehen. Und ich bin positiv beeindruckt.

Der Umschlag ist glatt und griffig (ich beschreibe das jetzt mal so). Auch die Bindung ist sehr gut. Von professionellen Verlagen (ich sage das jetzt mal so) ist es mir schon passiert, dass mich die Seiten scheinbar so lieb hatten, dass sie mir entgegen gesprungen sind. Hier ist es nicht so. Wer sich also um die Qualität des Druckes Sorgen macht, die und dem kann ich beruhigen, nicht in diesem Fall.

Das Layout: Während BoD für die Qualität des Buches verantwortlich ist, ist die Gedankensaat-Reihe für das Layout verantwortlich.

Das Cover ist sehr gut geworden. Ein Elefant ziert das Cover und es ist in den sanften Farben grün-blau gehalten. Als ich jedoch die Rückseite sah, mich traf gelinde gesagt ein wenig der Schock. Der Klappentext ist in blauer Schrift auf grünem Hintergrund aufgetragen und die Namen der AutorInnen in grüner Schrift auf blauen Hintergrund. Während ich die Namen noch gut lesen kann, hat es beim Klappentext länger gebraucht, bis ich erkennen konnte, was man von mir wollte. Zumal meine Augen nicht mehr die Besten sind. Da hätte man sich vielleicht doch etwas anderes einfallen lassen können, denn ich denke nicht, dass es eine gute Eigenwerbung ist, sollte jemals die Antho in einem Buchladen landen.

Die Werbung des Anbieters “BoD” mag manche erschrecken. In meinen Augen ist sie dezent genug neben dem Preisschild (oder wie der Strichcode richtig heißt), dass man es getrost ignorieren kann.

Der Inhalt: Natürlich kommt es letztendlich nicht auf das Einband an, sondern auf den Inhalt. Und das kommt jetzt dran.

Auf der allerersten Seite finden wir ein kurzes und süßes Gedicht. Jedoch kein Name wer es geschrieben hat. Auf Seite 4 ein Vorwort des Teams der Gedankensaat-Reihe. Hier wird den LeserInnen erklärt, was sie auf den nächsten Seiten erwartet. Und vor allem, für wen die Anthologie eigentlich gedacht ist: Für die Kinder!

Nach dem Inhaltsverzeichnis kommen wir zu einer Infoseite zum Thema: Was ist eine Anthologie? Das ist gar nicht mal so dumm gewesen, denn auch erwachsene Menschen fragen mich regelmäßig was denn eine Anthologie ist. Vermutlich werden auch die Kleinen das nicht unbedingt wissen. Kritik habe ich trotzdem. Oben steht der Text neben einem süßen Elefenatenkopf (gezeichnet). Die restliche Seite hingegen ist leer. Schade eigentlich. Auch wenn man nicht hätte mehr schreiben wollen, mit ein paar Entertasten oder einer anderen Formatierung hätte man den Text so strecken können, dass die Seite ein wenig voller aussieht.

Der Elefant im Medaillon von Nina und Silke Porath ist die erste Geschichte in der Anthologie. Die Geschichte handelt von der kleinen Petra, die bei einem Besuch bei der Oma, was sie nervt, einen erstaunlichen Fund macht und dadurch eine schöne Geschichte von der Oma hört und die von einer anderen Seite kennenlernt.

Natürlich wirkt die Geschicht leicht naiv, immerhin ist sie für Kinder geschrieben (das trifft auch auf die anderen zu, daher werde ich das nicht noch einmal erwähnen), aber mir hat trotz meines Alters Spaß gemacht sie zu lesen. Ansonsten hat es mir Spaß gemacht die Geschichte zu lesen.

Als nächstes kommt ein Bild von Claudia Graf und eine Infoseite über die Elefanten. Bis auf die Anordnung (als oben, der untere Teil bleibt nackt weißt), gibt es nicht zu meckern. Mir gefällt das Bild nicht, aber das ist (wie bei den Geschichten) reine Geschmackssache.

Danach kommt das Gedich Feuerwehrelefantenjunge Jo von Iris Jitten. Da das Gedicht teilweise bunt ist (die Idee alleine finde ich schon süß) bleibt man am Gedicht schon hängen. Auch der Inhalt ist süß. Muss ich schon gestehen.

Der Elefant im Porzellanladen von Edith Huber (eine der Herausgeberinnen) ist die nächste Geschichte der Reihe und die Geschichte der kleinen Lisa ist mein persönlicher Favorit in der Anthologie. Denn Lisa ist (ich sage das jetzt mal so) der Elefant im Prozellanladen und muss nach Afrika und erlebt dort eine wunderschöne Zusammenkunft mit den Elefanten.

Über die Logik der Geschichte (hätte Lisa wirklich so leicht abhauen können um sich in der “Wüste” zu verirren) kann man gerne diskutieren, ansonsten finde ich es wunderschön wie die Autorin es geschafft hat den Kindern etwas zu zeigen, etwas zu lehren ohne mit den berühmten Zeigerfinger herumzuwedeln. Ganz klar, gerade Kinder brauchen mehr solcher Geschichten.

Danach kommt etwas besonderes (und hier meckere ich mal nicht über das Layout ;) ). Und zwar eine Frage, welche die jungen Leserinnen und Leser direkt im Buch beantworten können (welche das ist, verrate ich nicht). Man hat auch entsprechend Platz bekommen um diese direkt im Buch zu schreiben. Die Lösungen findet man entweder in den Geschichten oder auf den Informationsseiten oder am Ende des Buches (so als kleiner Hinweis). Auf der nächsten Seite finden wir ein Realbild eines Elefanten von Edith Huber.

Gleich auf der nächsten Seite kommt die nächste Frage (über die Aufteilung kann man sich gerne in einer ruhigen Stunde unterhalten, also Frage, Bild, Frage?).

Als nächstes kommt das Gedicht Grauer Zwerg von Sandra Schmidt. Es ist kurz bündig und nett geschrieben.Und es lockert das lesen auf :)

Als nächstes kommt die Geschichte Traum von Afrika von Giesela Reuter. Dies ist die erste Geschichte, welcher aus der Sicht eines Elefanten geschrieben wird. Als ich den Satz gelesen habe (sinngemäß wiederholt), dass der Elefeant alleine ist, weil es keine Artgenossen in seinem Alter gibt, da entsteht in meinem Kopf das Bild eines alten Elefanten, den man nicht überfordern will und daher alleine lässt. Die Erzählweise macht aber deutlich, es muß ein junger Elefant sein. Ansonsten hätte er einen Namen und mehr Erfahrungen.

Die Geschichte selber ist lustig erzählt und handelt vom Besuch des Bürgermeisters und was sich dann der Elefant alles wünscht und wie die Geschichte eben ausgeht. Sehr lustig muss ich sagen und ich gebe zu, ich habe sogar ein wenig geschmunzelt.

Dann kommt wieder eine Frage und auf der Folgeseite finden wir ein Aquarellbild von Hartwig Hafen, was mir übrigens sehr gut gefällt.

Die Balade von Joel von Margret Küllmar ist das nächste Gedicht der Anthologie. Es ist aus der Sicht des Elefantenbabys Joel geschrieben, der ein kleines Abenteuer in Afrika erlebt und daraus seine Lehre zieht. Schön geschrieben.

Als nächstes kommt wieder eine Infoseite mit entsprechendem Layout.

Elefantenfreundschaft von Gabi Eder ist dann als nächstes dran. Es erzählt von Jonas und Lisa. Das besondere an der Geschichte, was diese auch sehr locker und fröhlich zu lesen ermöglicht, ist der leicht dichterische Stil der Geschichte. Die Autorin schreibt nicht nur, sie geht sehr oft in die Dichtform über. Und ich muss sagen, so etwas habe ich noch nie gelesen und ich bin sehr beeindruckt. Allein die Idee finde ich genial.

Michael Harzbrecher hat das nächste Elefantenbild beigesteuert.

Dann kommt ein Gedicht von Nicole Kovanda und zwar Ein Zoobesuch. Kurz und flott und mit tollen Informationen geschrieben.

Eine kurze Frage folgt auf der nächsten Seite und dann die Geschichte Großvaters Elefant von Nina Betzold. Die Geschichte handelt von Tinka, ihrem Großvater und der alten Elefantenkuh Jule, die aufgrund eines Sturms in der alten Scheune des Großvaters wohnen darf und was sich daraus resultiert. Auch hier darf man über den logischen Inhalt diskutieren, ansonsten ist die Geschichte nett. Ich fand sie persönlich nicht ansprechend, da sie an einigen Stellen zu lang ist, aber ansonsten nett zu lesen.

Erneut sehen wir dann ein Bild von Michael Harzbrecher (die ich übrigens alle sehr schön finde) und dann kommt das Gedicht Immer auf der Reise erneut von Nicole Kovanda.

Steffi sing von Carolin Hafen ist dann als nächstes dran. Auch diese Geschichte ist aus der Sicht der Elefantenkuh Steffi erzählt und berichtet von ihrer Behinderung und ihrer Besonderheit. Auch diese Geschichte enthält eine Art Lehrinhalt ohne den Zeigefinger zu erheben. Auch wenn man auf einem Gebiet schwach zu seinen scheint oder es ist, jeder Mensch und jeder Elefant kann etwas besonderes. Man muss eben nur herausfinden was. Und es ist völlig in Ordnung, wenn man sich von anderen dabei helfen lässt es herauszufinden und es auch zu üben.

In der Geschichte ist ein schwarz-weiß Bild von Günter Häusler was in diesem Zusammenhang auch sehr gut passt.

Dann kommt wieder eine Frage, welche zu der Geschichte von Steffi sehr gut passt.

Dann kommt Einsicht von Margret Küllmar und wieder ein Bild von Günter Häusler (das Coverbild). Ich muss gestehen, dieses Gedicht gefällt mir leider nicht, da es mir das Bild heraufbeschwört, auch wenn die Situation schlecht ist und du Träume hast, vergiss sie. Es mag sein, dass die Autorin das so nicht wollte und eher auf die Situation der Zirkuselefenaten aufmerksam machen möchte (aus deren Sicht ist die Geschichte geschrieben), mich spricht es eben nicht an.

Auf der Suche nach Dayos Mama von Silke Walkstein ist die letzte Geschichte des Bandes. Florian muss seinen Eltern nach Afrika folgen, was ihn zuerst nervt und erlebt dann mit dem Elefantenjungen Dayo und seinem Schulfreund Akil ein gefährliches aber aufregendes Abenteuer mit einem HappyEnd. Die Geschichte ist für meinen Geschmack stellenweise etwas zu lang und an manchen Stellen, gerade wenn die Figuren miteinander reden, hätte ich mir mehr Absätze gewünscht (ich kann nur vermuten, dass es dann mehr Seiten gebracht hätte und der Preis in die Höhe geschossen wäre), auch über die Logik kann man wieder einmal diskutieren. Aber ich finde trotz allem die Geschichte schön und man kann sie trotz allem Kindern vorlesen.

Dann kommt ein Bild von Carolin Hafen und ein Elefant, den man selber ausmalen kann.

Der zerstreute Elefant
von Birgit Rivero ist das letzte Gedicht des Bandes. Das sage ich nur ein Wort: Lustig!

Dann gibt es noch eine Frage und dann kommen alle Antworten zu den im Buch gestellten Frageseiten, so dass die Kleinen überprüfen können, ob sich ihre Antworten mit denen der HerausgeberInnen decken, zumindest vom Inhalt. Hier können die Eltern mit ihren Kindern die Antworten überprüfen und dann darüber diskutieren. Links für weitere Informationen stehen zur Verfügung.

Dann wird die Frage geklärt was eine Vita ist (Layoutschwäche) und die Vita der AutorInnen, FotografInnen und DichterInnen werden hier dann vorgestellt. Und zu guter Schluss muss natürlich Werbung für das erste Band sein  “Leuchtturm-Anthologie” und Informationen zur Gedankensaat-Reihe.

Mein Fazit:
Eine Anthologie ist immer eine individuelle Angelegenheit. Nicht nur auf der Seite der HerausgeberInnen, welche die Beiträge nach einem persönlichen Geschmack aussuchen (neben Rechtschreibung, Grammatik und Komposition, ist es eben auch bei Geschichten die auf dieser Basis, sagen wir mal so, perfekt sind, nicht immer vergönnt veröffentlicht zu werden), sondern auch auf der Seite der LeserInnen. So werden sicherlich andere Rezensionen zu diesem Buch völlig anders aussehen. Geschichten oder Gedichte die ich mag, werden andere eben nicht mögen und so weiter. Daher ist eben diese Rezension eine individuelle Ansicht dieses Buches.

Auch wenn die Anthologie in meinen Augen einige Layoutschwächen hat (wobei man natürlich darüber diskutieren kann, auch das ist eine individuelle Ansicht) und mir eben nicht alle Geschichten und Gedichte wie Bilder gefallen hat, ist sie trotzdem alles in allem sehr gelungen. Natürlich ist die Anthologie für Kinder geschrieben und nicht für Erwachsene. Die sollen lieber ihren Kindern die Geschichten und Gedichte Abends vorlesen, mit ihnen die Fragen beantworten oder über die Elefanten reden. Es muss in diesem Fall den Kindern gefallen. Und ich denke (und mein kindliches Selbst bestätigt dies) es wird ihnen gefallen.

Die Geschichten sind in ihrer “Sprache” geschrieben und auch die Bilder sind keine komplexe Monster mit denen sogar ich so meine Probleme haben.

Daher lautet ganz klar mein Fazit: Wenn ich mal eine Anthologie für die Kleinen meiner Umgebung (sollte ich jemals Tante oder Patin werden) verschenken sollte, dieses Buch ist auf meiner Liste definitiv ganz oben. Und ich hoffe, dass mehr solcher Bücher herausgebracht werden. Denn ich denke, gerade für die kleinen fehlt es in der Anthowelt an entsprechender Auswahl.

In dem Sinne, gutes Lesen.

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