Ochel-Czyszowski, Angela
"Ich bin da sehr gemütlich depressiv."
Doris Dörrie aus "Happy"
Angela Ochel-Czyszowski
Über sich
Es hat was ungemein Erheiterndes, wenn man sagt, man sei aus Bielefeld.
Ich liebe das, wenn im Gesicht meines Gegenübers bei dieser simplen Aussage ein Lächeln hervorquellt. Und dabei dieses leise Füßescharren, als wollte der Grinser sich gleichsam entschuldigen. Wofür er sich zu entschuldigen wünscht, ist mir unklar. Für mich? Für das Grinsen, für das Bielefeldgefühl?
Man ist in diesem besonderen Moment ein liebenswertes Etwas in den treuen Augen des Gegenübers, vielleicht erscheint man auch plötzlich weniger gefährlich, wie auch immer.
Das gefällt mir so an meinem Leben.
Ich bin nämlich aus Bielefeld. Und das lässt sich nicht abstellen. Ich bin schon Zeit meines Lebens aus Bielefeld. Und habe vor, es noch länger zu sein.
Mit 16 Jahren fing ich an, Erzählungen und Gedichte zu schreiben, die ich im ambitionierten Freundeskreis mit ernster Miene vortrug. Dann schrieb ich Romane, die ich allerdings dem Freundeskreis vorenthielt, was dieser mir sicher bis heute dankt.
Schulisch gesehen, war ich im Fach Deutsch gerne mal durchschnittlich, so daß mich mein Lieblingslehrer am humanistisch ausgerichteten Gymnasium sicher für eine der Literatur abhanden gekommene Seele halten mußte.
Abitur machte ich auf einer wirtschaftlich orientierten Schule. Da ich mit meinen Eltern überein kam, was „Richtiges“ zu werden, wurde ich dann auch was „Richtiges“. Nämlich richtige Bankkauffrau.
Ausgeübt habe ich jene halbherzige Berufung 10 Jahre lang in einer Großbank. Zunächst in Bielefeld, bald in Hamm und Essen. Schließlich schleuderte mich das Schicksal nach Frankfurt am Main, wo ich mit Wucht auf meinen späteren Ehemann prallte. Daraus wurden dann zwei prall gefüllte, lachende Kinder.
Mich machen zwei Dinge aus:
Meine Familie und das Schreiben.
Bislang habe ich mehrere Bücher geschrieben, eines veröffentlicht, halte Lesungen, arbeite bei einer kleinen Zeitung mit, schreibe im Internet eine Kolumne und bald kommt ein Bildband über die Stadt in der ich lebe, heraus, an dem ich mitgewirkt habe.
Über das Schreiben
Ich schreibe, weil ich nicht anders kann. Ich habe es versucht, es zu unterdrücken, aber es geht nicht.
Das Thema ist immer wieder dasselbe.
Das Leben.
Das Leben ist humorig und traurig. Irgendwas zwischen Glück und Unglück.
Und das ist es, was meine Figuren in den Romanen immer wieder erleben, erleben müssen.
Glück und Unglück.
Sie lachen und heulen.
Ich will in beiden Momenten aufmerksam dabeisein.

