Sven-André Dreyer
Über den Autor
Sven-André Dreyer, geb. 1973 in Düsseldorf, Germanist, Online-Redakteur und freier Autor. Er veröffentlichte in Anthologien, Literaturzeitschriften und gewann einige Auszeichnungen bei Literaturwettbewerben.
Die ersten eigenen Texte schrieb er für seine Band, da keines der Mitglieder sich zum Schreiben der Songtexte berufen fühlte. Die damals noch „unangenehme“ Aufgabe des Verfassens von Texten hat sich mittlerweile zur Leidenschaft entwickelt.
Die Band löste sich nach Streitigkeiten auf, worauf die Texte ihre Funktion in der Musik verloren und gewissermaßen verwaisten. Doch der Autor bemerkte, dass die Texte auch ohne Musik funktionierten. So wurden die Texte durch einen Zufall befreit und durften endlich das sein, was sie schon immer sein wollten: Texte, die man lesen konnte!
Über seine Arbeit

Ich tobe mich bevorzugt in den Stilen Lyrik und Kurzprosa aus, denn sowohl die Lyrik, als auch die Kurzprosa zwingen einen Autor zu einem konzentrierten, verdichteten Schreiben. Du hast weder in einem Gedicht, noch in einer Kurzgeschichte unendlich viel Zeit und Raum, um eine detaillierte, allumfassende Geschichte verfassen zu können – somit musst du sehr präzise schreiben und darauf achten, dass der Leser genug Hintergrundwissen erhält, um deine Geschichten (die mit Hilfe von ein wenig Phantasie des Lesers sogar als Gedicht funktionieren) versteht und beim Lesen leben kann. Und trotzdem bin ich ein sehr detailverliebter Autor, der dem Leser viele Kleinigkeiten beim Lesen mit auf den Weg gibt.
Sven-André Dreyer bei einer Lesung
Ursprünglich habe ich Songtexte geschrieben – vielleicht kommt mein Bestreben möglichst präzise zu Schreiben aus der Tatsache, dass man auch in einem Song eine Geschichte möglichst kurz erzählen muss?!
Auch in meinem neuen Buch „Langsamland“ geht es um die von mir beobachteten Kleinigkeiten eines Tages im Leben eines Menschen - Dinge, die man im Alltag eigentlich übersieht. Es sind die vermeintlich unscheinbaren Dinge, die mich interessieren, die Kleinigkeiten am Wegesrand; eine Straßenbahnfahrt zum Beispiel, in der ich mein Gegenüber betrachte und mir vorstelle wohin er fährt, woher er kommt und was in seinem Leben gerade geschieht, kann bei mir zu einer Geschichte werden - und doch beschreibe ich nur diese eine Kleinigkeit, diese Straßenbahnfahrt. Ich versuche eine Situation atmosphärisch zu verdichten und dem Leser einen situativen Auszug zu vermitteln, der genauso geschehen könnte. Ausgehend von „normalen“ Situationen werden meine Texte jedoch meist von einer „seltsamen“, fiktiven und untypischen Wendung bestimmt. Das, was noch vor drei Minuten ganz normal begonnen hat, kann plötzlich eine unglückliche und schreckliche Wendung nehmen, somit wird das Normale absurd, oder das Absurde normal. Immer wieder bemerke ich, dass ich ganz besonders durch Musik in meinem Schreiben beeinflusst werde. Ich bin auch beim Hören ein sehr detailverliebter Mensch und erfreue mich an Kleinigkeiten in der Musik; ein Schrei im Hintergrund, ein ungewöhnlich gesetzter Beckenschlag oder das Einatmen des Sängers, kurz bevor das Stück beginnt – all das findest sich, früher oder später, auch irgendwo in meiner Liebe zu einem textlichen Detail wieder.
Leseproben:
Langsamland (aus „Langsamland“)
Samstagnachmittagsmädchen (aus „Sechzehn seltsame Stunden“)
Wintermeer (aus „Sechzehn seltsame Stunden“
Neben diversen Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften, Anthologien, in einem Literaturautomaten und auf Brötchentüten gibt es mittlerweile drei Einzelveröffentlichungen von Sven-André Dreyer:
„Sechzehn seltsame Stunden“, Erzählungen und Gedichte, Edition PaperONE, Leipzig 2007, ISBN 978-3-939398-48-6
„Aus bekannten Gründen“, Lyric Poetry / Novels, eigene Photographien, Onlinebuch, Digitalkunstrasen.net, Bochum, Dezember 2007
„Langsamland“, Lyrik und Kurzprosa, Edition PaperONE, Leipzig 2008, ISBN 978-3-939398-81-3

