Carolin Michaela Hafen
Vita
Schwabe; gebürtiger Zweiundachtziger.
Drittgeborene, konservativ erzogen, liberal geraten, von der Vergangenheit geprägt.
Arbeitet mit der Sippe im Bauwesen; Malen nach Zahlen bekommt so eine Bedeutung.
Schreibt aus Besessenheit, weil sie nichts anderes kann. Oder will.
Lebt fürs schreiben, schreibt fürs Leben gern, lebt ihr Schreiben..
Carolin Hafen im Radio
Auszeichnungen
•Finalistin im Write Movies Contest 2008 (Drehbuch: Catch the bug)
•Gewinnerin des Little Pen Werkstattpreises 2008
•Gewinnerin des Kurzgeschichten-Wettbewerbes der Zentralschweizer Literaturtage 2009
Leben ist einatmen, Schreiben ausatmen
Jeden Tag muss sie etwas schreiben, „sonst sterben meine Gehirnzellen ab“, sagt Carolin Hafen. Sie sagt das so, wie sie auch schreibt, mit hintergründiger Ironie und leisem Humor, und sie meint es doch irgendwie ernst.
Sie hat nach der Realschule Bauzeichnerin gelernt und arbeitet im väterlichen Ingenieurbüro. Das ist ihr „Brotberuf“, der ihr Spaß macht und den sie auch ihr Leben lang ausüben möchte. Obwohl. – Auf die Frage, wie sie sich in 20 Jahren sieht, kommt die Antwort ohne Zögern. „In Montana in einer Holzhütte mit einem Hund, einer schwarzen deutschen Dogge namens Bentley, und einer Bücherwand so groß wie ein Einfamilienhaus.“
Bilder bestimmen ihr schriftstellerisches Tun: „Ich habe ein Bild im Kopf und dann schreibe ich einfach und denke nicht mehr. Es kann nachts um drei sein. Wenn das Bild da ist, muss es aufs Papier.“ Lange Zeit wusste ihre Familien nichts von dieser Leidenschaft zum Schreiben. „Das war meins“, lacht sie und zieht ihre lange Denkerfalte kurz unterhab des Haaransatzes nach oben. Schon als Kind habe sie Geschichten erfunden, wusste, dass sie schreiben will und hatte eine ungeheure Leidenschaft für Bücher: „Die Regale der Abteilung unter 13 in der Bücherei habe ich regelrecht abgefräst.“ Das Schreiben sei für sie so: „Leben ist einatmen, schreiben ausatmen.“
Ihre Oma Pauline Hafen hatte einen entscheidenden Anteil an diesem Spaß am sprachlichen Ausdruck. Sie habe sie immer gebeten „Oma, mach mir eine Nudelsuppe“, und dabei erzählte die Oma Geschichten aus ihrem Leben und aus des Vaters Kindheit, „die ich heute gegen ihn verwenden kann...“
Vater Hartwig hat den Anstoß zum Sprung aus der „unter 13 Abteilung“ gegeben. „Lies doch mal das“, sagte er und drückte ihr „Wer die Nachtigall stört“ aus dem eigenen Bücherregal in die Hand. Ja, und „danach habe ich die Bücherwand meiner Eltern abgefräst“.
John Irving ist ihr großes Vorbild. Ihm, dem Autor, der als Legastheniker in der Schule Schwierigkeiten hatte, später Professor wurde und heute bekannter Romanautor ist, hat Carolin Hafen schon geschrieben. Im Geiste ist er ihr Mentor. Zumindest hat er eine Autogrammkarte zurück geschickt, über die sie sich sehr gefreut hat.
Wie bei Irving sind es die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Carolin Hafen vor allem ins Zentrum ihrer Kurzgeschichten stellt. Derzeit arbeitet sie an einem Roman über Gewalt an Schulen. Sie hat keine realen Vorbilder vor Augen. Bilder aber schon.
Seit drei Jahren arbeitet Carolin Hafen systematisch an der Schreiberei in verschiedenen Genres. Sie hat einen Fernstudiengang belegt, im Rahmen dessen sie sich mit anderen Nachwuchsautoren austauscht, regelmäßig Aufgaben einschickt, Disziplin im Schreiben lernt. Zum Beispiel: Durch Kürzen gewinnt ein Text. Kritik ist ihr wichtig. Lob freut sie zwar, aber „Kritik bringt mich weiter“.
Sie habe sich selbst durch die Schule „durchgemogelt“. Anstrengung hatte sich für sie nicht gelohnt: „Wenn ich gut zugehört hatte, schrieb ich die gleichen Noten, wie wenn ich gepaukt hatte.“ Also hatte sie nach der 10. Klasse die Nase voll und wollte möglichst schnell in ihrem beruf auf eigenen Beinen stehen. Heute hole sie vieles an Bildung Lesenderweise nach, aber der Gedanke etwas verpasst zu haben kommt ihr nicht: „Ich bin nicht rückwärts gewandt“, sagt sie. Sie tüftelt lieber an Geschichten, am liebsten im Brainstorming mit den Brüdern oder ihrer Schwägerin, die wie eine große Schwester für sie ist. Ein Sachbuch für Bauherrn aus der Sicht eines Statikers könnte sie sich vorstellen oder ein Kinderbuch. Das wird sie dann für ihren kleinen Neffen Max schreiben. Etwas anderes würde ihre Schwägerin, die Mutter von Max, sicher nicht erlauben, lacht sie. Und man ist sicher, das Bild in ihrem Kopf zu dieser Situation ist schon fix und fertig.
© Regina Braungart
Bibliographie von Carolin Hafen
Carolin Hafen in Konstanz im K9 bei der 48. SplitterNacht
Veröffentlichungen:
Kurzgeschichte in der Anthologie „Traumzeit“, Lerato-Verlag 2006
Kurzgeschichte in der Anthologie „Autoren unterwegs“ C. M. Brendle Verlag 2007
Kurzgeschichte im Kurzgeschichten-Heft 05/2007, 07/2007, 08/2007 (Pseudonym)
Kurzgeschichte in der Anthologie „Ich schreibe 2007, verlag* Wache Wolfgang 2007
Kurzgeschichte in der Anthologie „Unglaubliche Begegnungen“ – Band 2, Schweizerhaus Verlag 2008
Kurzgeschichte in dem 2. Heft „Poesie im Zug“,
- eine Aktion des nordhessischen Verkehrsbund, 2008
Kurzgeschichte in der Anthologie „Wenn du gehst“, WDS Verlag 2008, (Pseudonym)
Kurzgeschichte im Literaturkalender 2009, verlag* Wache Wolfgang

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