Müller-Wagner, Ralph
"Wie dürfen das Weltall nicht einengen, um es unseren Grenzen des Vorstellungsvermögens anzupassen. Wir müssen viel mehr unser Wissen ausdehnen, so dass es das Bild des Weltalls zu fassen vermag."
Francis Bacon

Ralph Müller-Wagner
Über den Autor
Ralph Müller-Wagner wurde 1956 in Leipzig geboren und wuchs in Gröditz bei Riesa auf. Heute lebt er in Oberbayern. Er schreibt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Von 1986-89 war er Autor im Literaturzentrum "Schreibende Arbeiter", Riesa/Dresden, wo Probleme in der ehemaligen DDR zum literarischen Thema erhoben wurden. Seit 1995 veröffentlichte er in verschiedenen Anthologien und Zeitschriften Kurzprosa, sowie Beiträge zum phantastischen Realismus und verfasste ein Drehbuch. 2002 publizierte er seinen ersten Erzählband "Die Wege der tausend Erinnerungen", in dem feinfühlig Reales und Transzendentes erzählt wird. Das Buch erschien überarbeitet und mit neuen Geschichten im De Holtes- Verlag 2007. 2003 verlegte er als Co-Autor das Buch "Zwischen Anpassung und Widerstand", anlässlich des 50. Erinnerungstages an den 17. Juni in der ehemaligen DDR, in weitester Deutung. In diesem Jahr gründete er auch den Literatenclub „Grüner Juni“, mit Ursula Heumann und Dr. Michael Oestreicher. 2003 erschien sein erstes Kinderbuch "Laura Langbein - und die Reise zum Elfenschloss". 2007 sein zweites Kinderbuch „Das Geheimnis der Zaubertreppe“. Der Autor schreibt auch für das Literatur Feder-Magazin. Unter seinen Beiträgen findet man Interviews, wie z.B. mit Film-und Fernsehstar Elisabeth Wiedemann, bekannt aus der Kultserie „Ein Herz und eine Seele“ oder den Puhdys, der Kultband aus den neuen Bundesländern und Texte zum allgemeinen Literaturbetrieb. Müller-Wagner ist Gewinner mehrerer internationaler Literaturwettbewerbe.
Über das Schreiben
Beides ist unmittelbar miteinander verbunden. Schreiben fördert die Literatur. Man produziert sich. Gedanken formen sprachliche Bilder. Legen Zeugnis ab über das, was der Autor transportiert. Lebenserfahrung und Umgang mit der Sprache hilft ihm bei seinem Vorhaben, die Menschen zu unterhalten. Dabei sollte er eine lineare Erzählweise im Fokus behalten. Den Hauch, aus dem gesellschaftlichen Sein, die beschriebene Zeit zu durchleuchten, die seine Protagonisten erleben. Literatur ist kein politisches Sachbuch. Sie sollte eher den geistigen Horizont über das Emotionale erweitern. Das Nachdenken über bestimmte Themen fördern, eigene Wertigkeiten innerhalb einer Gesellschaft erkennen lassen. Anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist heute sehr wichtig, weil sie die Ausrichtung der Medien auf Negatives als Unabwendbares durchbrechen. Die Entwicklung als schicksalhaft darstellen, die vom Menschen nicht beeinflussbar ist. Die Belletristik als künstlerische Form geht stark vom Gefühl aus und wenn der Stoff dabei kritisch unterlegt ist, steht er immer im Widerspruch zur gewünschten Ideologie. Ein Roman sollte sich nicht anpassen, etwas aussagen. Sonst wirkt das negativ auf den Autor. Und die Ideologen unserer Zeit wählen gründlich aus …
Warum Kinder lesen sollten
Sprache bewusst und schöpferisch anwenden. Der Fantasie keine Grenzen setzen. Freude an Lesen und Schreiben entwickeln. Warum? Weil unsere schöne schwere Muttersprache im Begriff ist, zu verkümmern. Bibliotheken und Kulturhäuser werden geschlossen, immer weniger Fördergelder sind da. Fernsehen, Computer oder Hörbücher verdrängen die ursprüngliche Form des Buches. Kinder sprechen, lesen weniger oder gar nicht. Muttersprache auf dem Abstellgleis. Darum ist Lesen wichtig, Schreiben noch mehr! Je eher Kinder damit beginnen, um so größer wird ihr Verständnis, ihre Aufgeschlossenheit gegenüber dem geschriebenen Wort sein. Sie sollen ja keine Semantiker werden, aber unsere Muttersprache ist reich an Geschichte, Kunst und gerade Weltliteratur gebunden. Die Klassiker hinterließen uns einen Schatz und ein Vermächtnis. Behüten wir beides, lassen wir uns zu neuen Ufern treiben. Denn sie tragen einst unsere Zukunft, die Kinder!

