Laura Langbein und die Reise zum Elfenbeinschloss
1. Kapitel: Laura, Tränen und die Ankunft des Blumenelfen
Es war ein schöner Morgen im Elfenland Ghondor, und Laura Langbein saß unter einer Glockenblume und sang sich einmal mehr ihren Kummer von der Seele.
So beginnt unsere Geschichte einer kleinen Heuschrecke, die von den Elfen mit silbernen Füllfederhaltern niedergeschrieben wurde, damit die Menschenkinder und im Herzen Junggebliebene sich daran erfreuen mögen.
So tretet ein in diese Welt des Elfenlandes Ghondor, lernt Laura, Max, die Kräuterbeerla kennen und erfahrt etwas mehr über eine Welt, die man ganz leicht mit seinen Träumen erreichen kann...
Laura Langbein war nicht gerade eine Schönheit unter den Heuschrecken und sie lebte auf einer ewig blühenden Wiese, im Süden des Elfenlandes Ghondor. Ihre Hässlichkeit blieb ungeschlagen und überall, wo sie auftauchte, verspottete man das Not leidende Geschöpf. Die Wühlmäuse suchten erschrocken das Weite, wenn Laura Langbein ihnen begegnete und riefen entsetzt: "Sie ist ein Monster!", obwohl keines der kleinen Pelztiere jemals ein Wort mit der jungen Heuschrecke wechselte.
Sogar der Fliegenpilz jagte Laura fort, wenn sie Schutz vor dem Regen unter seinem breiten Hut suchte und die stolzen Honigbienen summten hochmütig: "Wir würden uns schämen, mit diesem Gesicht durch die Welt zu fliegen."
Dieser Spott und die rücksichtslosen Beleidigungen ließen Laura bitter und einsam werden. Dabei besaß sie ein reines, gutmütiges Herz, was aber die Wenigsten wussten. War behilflich, wo sie nur konnte und schenkte jedem Bewohner im Wiesental ihr bescheidenes Lächeln.
Aber selbst ihr Lächeln rief bei den Anderen Angst und Grausen hervor, da es Lauras Herz noch mehr entstellte.
Und da sie ihren Kummer mit der Zeit nicht mehr ertragen konnte, begann sie zu singen.
Oft saß sie unter einer zartvioletten Glockenblume, um über ihr trauriges Dasein nachzudenken. Sie malte sich in Gedanken verträumt aus, wie schön es doch wäre, Freunde zu haben, die sie anerkennen und ohne Vorurteile gerne haben würde.
Diese heimlichen Sehnsüchte und Gedanken legte die kleine Heuschrecke in ihre Stimme und ihre Lieder. Sie sang so allerliebst, alle Geräusche auf der Wiese verstummten, die Bewohner stoppten in ihren Tätigkeiten und lauschten gebannt den feinfühligen Melodien.
© by Ralph Müller-Wagner
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