Porath, Silke

Porath, Silke


    Silke Porath - Schriftstellerin

    Über die Autorin Silke Porath

    Silke Porath, Jahrgang 1971, lebt mit Mann, drei Kindern und einem reinrassigen Straßenköter im schwäbischen Spaichingen. Sie ist von Haus aus Redakteurin und PR-Beraterin, ist im Haus Familienmanagerin und ist außer Haus nur selten NICHT als „Taxi Mama“ unterwegs. Irgendwo dazwischen schreibt sie ihre Bücher, von denen „Gottes Weber – Das Leben der Heiligen Antonio Claret“ auch in Spanien erschienen ist. 

    Silke Porath im Gespräch. Sie berichtet über die Anfänge ihrer Karriere, das Schreiben im "Unternehmen Familie", gibt Auskunft über ihren Schreibklon und teilt uns mit, was sie sich wünschen würde, wenn sie einen Wunsch frei hätte.

    "Das mächtigste Mittel zum Heil, das hat mich die Erfahrung gelehrt, ist das gedruckte Wort". Der, der das sagt ist Protagonist im bislang erfolgreichsten Roman der Autorin: Antonio Maria Claret, eben "Gottes Weber". Dass er schon Mitte des 19. Jahrhunderts der Autorin seines Lebensromans aus dem Herzen sprechen würde, hat der Heilige sicher nicht gewusst. Für Silke Porath aber ist das stärkste Mittel überhaupt das Wort.
    "Das fing schon an, als ich gerade erst schreiben konnte", erzählt sie. "In der Grundschule habe ich die Heidi- Romane weitergeschrieben. Die Sache mit dem Geißenpeter war einfach zu öde".

     

    Über den Geißenpeter und einen spanischen Heiligen führte ein langer Weg hin zum neuesten Projekt der Autorin: aktuell ist der Roman "Warmmiete" in der Warteschleife – darin gibt es einen leckeren Tierarzt, ein schwules Pärchen und einen epileptischen Mops. Alle zusammen in einer WG.
    Das WG-Leben hat Silke Porath hinter sich gelassen. Oder auch nicht… dem Internet sei Dank betreibt sie eine virtuelle Schreib-WG mit dem Tr!o Subversiv. Das sind Monika Detering, Jutta Mülich und eben Silke Porath. Täglich sitzen die drei zusammen, quasi, und haben bislang zwei Bücher gemeinsam fertig gestellt ("Das tut MANN nicht!" und "Liebeskummer lohnt sich nicht!").
    Schreiben ist für Silke Porath nicht mehr "nur" das einsame Tippen am PC, die langen Nachtstunden, wenn sie mit sich, den Worten und Ideen allein ist. "Schreiben im Team hat eine ganz andere Qualität", sagt sie. Da passt die eine auf, dass der anderen der rote Faden nicht verknotet. Da wird schonungslos bereits im Prozess des Schreibens und Überlegens kritisiert. Da wird gelacht, geschäkert…  und geschimpft. Klar, das auch.
    Dennoch gibt es Projekte und Geschichten, die Silke Porath im Alleingang schreibt. Aber nicht einsam: immer steht das Tr!o hinter ihr und dann wäre da noch Wolfgang Kirschner, den sie "meinen Schreib-Klon" nennt. Warum? Weil er das sagt, was sie noch nicht einmal gedacht hat, weil er sich als einer der wenigen Autoren um einen guten Sound in den Texten bemüht.
    Austausch mit anderen Schreiben als Elixier der täglichen Arbeit? Unbedingt, sagt Silke Porath. "Autoren sind zwar nicht wirklich Teamplayer, wenn sie mit ihren Figuren in den Geschichten unterwegs sind. Aber ohne ein gutes Netzwerk steht nach dem Schreiben der tiefe Fall. Dann kommt nämlich in den allermeisten Fällen das große Nichts. Keine Resonanz fachlicher Natur, kein Feedback".
    Durch ein solches Netzwerk – die 42erAutoren, bei denen Silke Porath im Aufnahmeausschuss sitzt – kam sie auch zu ihrer ersten Buchveröffentlichung: eine 42er-Kollegin, die Porath um fachlichen Rat wegen eines Textes fragte, schickte den kompletten Roman ohne deren Wissen an einen Verlag. Dem gefiel, was er las – "Der Bär auf meinem Bauch" erschien.
    Wenn Silke Porath einen Wunsch frei hätte, dann wäre das eine Schreib-Zeit auf einer Insel. Dachkammer mit Blick aufs Watt, ein schnurrender Laptop und Roomservice rund um die Uhr. Bis zur Insel ist es aber weit und so bleibt das Schreiben Teil im chaotischen Familienalltag. "Ein bisschen wie bei Thomas Mann ist das schon", sagt die Autorin. "Wenn Mama im Büro sitzt, dann dürfen die Kinder nicht stören". Das klappt. Meistens. Weil Mann und Großmütter da sind und die Drachen zähmen. So wird der Schreibbetrieb zum Familienunternehmen. Und das "Unternehmen Familie" zur Erdung, wenn die Schreibideen mal wieder den Kopf verstopfen. Bis der Knoten platzt – und liebestolle Hunde, stehpinkelnde Kerle oder Interviews für Gedankensaat sie zurück an den Bildschirm locken…

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