Junges Theater

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    Julia Beeck

    Interview mit Julia Beeck aus "Der nackte Wahnsinn"

    Am 06.02.2010 ging zum letzten Mal der Vorhang für die Schauspieler aus dem Stück „Der nackte Wahnsinn“ zu. Die vom Uni-Theater Konstanz aufgeführte Komödie wurde insgesamt 12 Mal auf der Theaterbühne der Universität Konstanz gespielt. Gedankensaat sprach mit Hauptdarstellerin Julia Beeck über das Uni-Theater Konstanz und die abgelaufene Produktion.




    Gedankensaat: In „Der nackte Wahnsinn“ geht es um ein Theaterensemble, das in der Probenzeit zur Vorbereitung eines Stücks steckt. Alles geht drunter und drüber. Wie sind Eure Proben verlaufen?

    Julia Beeck:
    In der Probenzeit habe ich gemerkt, wie realistisch die Patzer des eigentlichen Stückes sind – es gab tatsächlich Proben, die sich stückweise gut in das Stück hätten einbauen lassen; verpasste Auftritte, häufig falsche Auf- und Abgänge… Unsere Proben haben aber glücklicherweise nicht das Maß an Chaos erreicht, das es im Stück gab.

    GS: Wie alle Deine Kollegen durftest Du zwei Rollen spielen. Einmal die Schauspielerin Vicky und ihre Rolle im Theaterstück („Nackte Tatsachen“), Brooke. Wie unterscheiden sich beide Charaktere?

    Beeck: Die Rolle der Vicky ist bestimmt durch ihre Grundbedürfnisse: Nahrungsaufnahme, Schlafen und Sex. Brooke wiederum ist ein phlegmatisches Dummchen. Gebe es im IQ-Test Minuspunkte, wäre ihr Testergebnis im dreistelligen Bereich.

    GS:
    Worin lag für dich der besondere Reiz, abwechselnd zwei Rollen in einem Theaterstück ausfüllen zu dürfen?

    Beeck: Es ist anspruchsvoll innerhalb von wenigen Sekunden sein Spiel komplett zu wechseln. Das hätte ich mir einfacher vorgestellt. Ich würde sagen, dass der Reiz zusätzlich darin liegt, beide Rollen möglichst nicht ineinander einfließen zu lassen. Wenn man zwei Charaktere spielt, kann es durchaus passieren, dass der eine etwas vom anderen übernimmt und umgekehrt.

    GS: Worin liegt die Gefahr eines solchen „Stücks im Stück“….?

    Beeck:
    ….dass zwei Rollen einander zu ähnlich sind. Das war bei Vicky und Brooke glücklicherweise, oder hoffentlich nicht der Fall….

    GS: Das Stück wurde bereits Andernorts an Universitätstheatern aufgeführt, z.B. in Aachen. Habt ihr euch von anderen Kollegen inspirieren lassen?

    Beeck: Unsere Regisseurin Tessa Theodorakopoulos hat das Bühnenbild aus Stuttgart mitgebracht. Einige von uns haben sich vorab und während der Probenzeit Ausschnitte von Stücken anderer Häuser angesehen.

    GS: Wie lange dauerte die Vorbereitungszeit für „Der nackte Wahnsinn“?

    Beeck:
    Wir hatten insgesamt 2-3 Monate. Die ersten Wochen wurden dazu verwandt, die Rollen zu besetzen und die Szenen zu stellen, also z.B. die Laufwege einzustudieren usw. Dann ging erst die richtige Probenzeit los. Ich bin erst etwas später hinzugestoßen und musste dann einiges nachholen…

    GS: Hast Du eine Lieblingsfigur im Stück?

    Beeck: Ja, den Italiener Luigi Penetesta; er ist so ein richtiger Macho, ein Frauenheld. Seine Rolle wiederum – er spielt einen englischen Geschäftsmann namens Roger Tramplemain – ist bestimmt durch britisches Understatement. Als Engländer finde ich ihn auch sehr amüsant, da er das komplette Gegenteil zu Luigi bildet und sich, besonders was Frauen betrifft, sehr verhalten benimmt. Der Unterschied zwischen beiden Rollen kommt vielleicht am stärksten heraus.

    GS: Die Uni-Theatergruppe ist eine an der Universität Konstanz eingetragene Hochschulgruppe. Welche Möglichkeiten haben Studierende, sich bei euch zu engagieren?

    Beeck: Über das ganze Jahr hinweg gibt es verschiedene Projekte. Unsere Regisseurin arbeitet viel und gerne mit anderen Häusern zusammen und gibt Mitgliedern des Uni-Theaters die Möglichkeit, Statisten- oder „Mini“-Rollen an anderen Häusern zu spielen. Außerdem haben wir eine Kooperation mit Campus-TV. Dort ergeben sich immer wieder Projekte. Nicht zuletzt suchen wir auch immer wieder Leute für die Posten „Regieassistenz“ und „Licht“. Es gibt sogar die Möglichkeit, sich für die Mitarbeit beim Uni-Theater Punkte für den Bereich „Schlüsselqualifikationen“ (Teil des berufsfeldorientierten Studienmoduls an der Universität Konstanz, Anm. d. Red.) anrechnen zu lassen.

    GS: Welches Stück werdet ihr als nächstes aufführen?

    Beeck: „Biografie. Ein Spiel.“ von Max Frisch. Premiere wird voraussichtlich am 1. Juni sein.

    GS: Gedankensaat bedankt sich vielmals für das Gespräch.

    Die Fragen für Gedankensaat.de stellte Alexander Zirinski

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